Formen des Diabetes

Nur durch eine exakte Diabeteseinstellung können die zum Teil drastischen und lebensbedrohenden Komplikationen der Zuckerkrankheit aufgehalten und dem Erkrankten eine bessere Lebensqualität ermöglicht werden.

In Deutschland sind mehr als 6 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Nach Schätzungen steigt die Anzahl der Zuckerkranken in den nächsten 10 Jahren um das Doppelte.
Ursache der "Diabetes Explosion" ist eine Zunahme der Übergewichtigen, weniger körperliche Bewegung und eine genetische Veranlagung.

Diabetes ist in unserer Gesellschaft eine ernstzunehmende und sich ausweitende Bedrohung. Auf jeden Fall handelt es sich hier um sehr viel mehr, als nur ein "bisschen zuviel Zucker". Schon geringgradig erhöhte Blutzuckerwerte lassen das Risiko für Diabetes Folgeerkrankungen wie Erblindung, Nierenversagen, Amputationen, Impotenz, Schlaganfall oder Herzinfarkt deutlich ansteigen.

Der Diabetes bringt für die Betroffenen nicht nur eine deutliche Einschränkung der Gesundheit und Lebensqualität mit sich, für viele bedeutet er auch eine geringere Lebenserwartung:
Die statistische Lebenserwartung sinkt bei Ausbruch der Erkrankung um etwa ein Drittel!

Um so wichtiger ist es, den Diabetes und das Nicht-Ansprechen des Körpers auf das lebenswichtige Insulin (=Insulinresistenz) frühzeitig zu erkennen und darauf einzugehen, d.h. effektiv und kontinuierlich mit den zur Verfügung stehenden Therapeutika zu behandeln.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Behandlung des Diabetes und seiner Folgen ist die Schulung des Diabetikers.
Ein geschulter, aufgeklärter und sich selbst kontrollierender Diabetiker beherrscht seinen Diabetes besser, als ein ungeschulter, wie viele Untersuchungen zeigen.
Auch ist es wichtig, dass der Patient die Sicherstellung des Therapieerfolges durch Selbstkontrolle erlernt.

Anzeichen
Häufige allgemeine Anzeichen für Diabetes:

  • Müdigkeit, Schlappheit
  • häufiges Wasserlassen
  • ständiges Durstgefühl
  • evtl. rapide Gewichtsabnahme
  • Sehstörungen, Juckreiz
  • Wundheilungsstörungen

Diabetes mellitus verursacht keine Schmerzen.

Typ 1
Der Körper produziert kein Insulin mehr, weil die produzierenden Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört sind.
Der Typ 1 Diabetes, früher auch jugendlicher Diabetes genannt, tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf.
Auch Kinder können daran erkranken, aber auch alte Menschen können betroffen sein.
Der Typ 1 Diabetes mellitus wird mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 3-5% von Mutter bzw. Vater auf die nachfolgende Generationen vererbt. Da ein Fehlen von Eigeninsulin vorliegt, muß sofort mit Insulin behandelt werden.

Typ 2
Diese Form des Diabetes kommt wesentlich häufiger vor und tritt meist bei älteren übergewichtigen Menschen auf.
Dabei verliert das Insulin seine Wirksamkeit und der Transport des Zuckers in die Körperzellen wird behindert
Die Ursachen des Typ 2 sind vielfältig:

  • erbliche Veranlagung (Vererbungsrisiko 20-50%)
  • falsche Ernährung mit Übergewicht und Fettsucht
  • Bewegungsmangel
  • Streß (Infekte, Operationen)
  • Medikament (Kortison)

Die Wissenschaft geht davon aus, daß die Ursache des Typ 2 Diabetes ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren ist.
Die Therapie bei den Typ 2 Diabetikern sieht zunächst eine Gewichtsabnahme vor, damit ihr ausreichend vorhandenes Insulin wieder richtig wirken kann.

Unterstützend werden Medikamente, falls erforderlich auch Insulin, eingesetzt.

Sekundäre Diabetesformen
Sekundäre Diabetesformen entstehen auf der Grundlage anderer primärer Erkrankungen z.B. bei chronischer Pankreatitis, bei Cholelithiasis (Gallensteine), bei Alkoholmißbrauch, bei Hormonstörungen (Nebennierenrindenhormon, Wachstumshormonen), bei Vergiftungen usw.

Verglichen mit der Häufigkeit des Typ 1 und Typ 2 Diabetes haben diese Formen nur eine untergeordnete Bedeutung.

 

 

 

Anzeichen
Typ 1
Typ 2
Diabetes und Schwangerschaft
Sekundäre Diabetesformen